Harter Lockdown – Die Fakten – Branchennews – 14.12.2020

Harter Lockdown - Die Fakten - Branchennews - 14.12.2020

Harter Lockdown – Die Fakten – Branchennews – 14.12.2020

Harter Lockdown – Die Fakten – Branchennews – 14.12.2020

Die Bundesländer haben am gestrigen Sonntag mit der Bundeskanzlerin konferiert und der gesamten Republik den erwarteten „Harten Lockdown“ verordnet. Im Laufe des heutigen Montags werden die entsprechenden Landesverordnungen veröffentlicht werden, die in Deutschland bis mindestens 10. Januar 2021 gelten werden.

Die Auflistung der Details erspare ich mir an dieser Stelle, da es ländertypische Besonderheiten gibt, die man unmöglich alle separat auflisten kann. Ich beschränke mich daher auf die „Fakten“, die unsere Branche betreffen und aus denen sich diverse Prognosen ableiten lassen:

Alle körpernahen Dienstleistungen, denen man ja auch die Ausübung der Prostitution zuordnen kann, werden ab spätestens Mittwoch, dem 16. Dezember 2020, untersagt. Dabei ist natürlich wieder fraglich, ob man die Ausübung der Prostitution in den Verordnungen explizit erwähnt oder ob man dies „meint“, aber nicht ausformuliert. Hier werde ich in den kommenden Tagen natürlich wieder mit wachem Blick in die Verordnungen schauen.

Das „Straßengeschäft“ am Frankfurter Bahnhof und an anderen Orten, wo es Sperrgebietsverordnungen gibt, wird kompliziert werden, da die „Gassen“ ja leer sein werden und so „Gunstgewerblerinnen“ zwangsläufig richtig auffallen werden und das erst recht, wenn es Sperrstunden gibt. Auch Hotels und Pensionen, die „Asyl für Prostitution“ boten, haben es nun merklich schwerer, zumal das Netz der Kontrollen immer engmaschiger greift, wie man diversen Presseberichten entnehmen kann.

Das Betreiben von Prostitutionsstätten ist bundesweit seit Anfang November 2020 untersagt und hier wird sich bis „mindestens“ 10. Januar 2021 auch nichts ändern. Wenn alle „körpernahen Betriebe“ geschlossen zu halten sind, sind die Betriebe, wo bekanntlich die „größte Körpernähe“ besteht, natürlich inkludiert. Klagen auf „Gleichbehandlung“ sind jetzt sinnlos, wenn selbst Friseure in den meisten Bundesländern am kommenden Mittwoch wieder schließen müssen. „Klagen“ sind momentan auch kein Thema, da die Erfahrungen der vergangenen Wochen gezeigt haben, dass sich die Gerichte „politisch anpassen“ und die Maßnahmen der Regierungen zumindest im „Eilverfahren“ größtenteils billigen.

Egal ob man „Realo“, „Merkel-Freund“, „Merkel-Feind“, „Regierungsgegner“ bis „Querdenker“ oder sogar „kruder Reichsbürger“ ist: die Maßnahmen der Regierungen werden jetzt durchgesetzt und gerade unsere Branche steht da unter besonderer Beobachtung. Die Kunden durch die Hintertür reinlassen oder aber organisierte „Haus- und Hotel-Besuche“ zu propagieren, wird immer gefährlicher und die verhangenen Bußgelde sind „würzig“, zumal dann auch die „persönliche Zuverlässigkeit“ in Frage gestellt werden kann. Im Ergebnis kann man dann nach dem „Lockdown“ nicht mehr öffnen, weil die Konzession „beim Teufel“ ist.

Warum ziehe ich den 10. Januar 2021 als „Datum der Wiedereröffnung“ in Frage? Nun, ich habe die gestrigen Pressekonferenzen, die Verlautbarungen und die „Corona-Talk-Shows“ intensiv verfolgt. Kaum einer der Experten rechnet damit, dass man bis zum 10. Januar 2021 den gewünschten Insidenzwert von unter 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern bezogen auf 7 Tage „flächendeckend“ erreicht. Dazu müssten die „Weihnachtslockerungen“ gänzlich ausbleiben und die Zahl der Neuinfizierungen müsste  „schlagartig“ zurückgehen. Leider steigen die Werte gerade wieder und wir werden erst in 14 Tagen (also etwa um Silvester) wissen, wohin die Reise der Statistik geht. Bekanntlich sind die Infektionswerte immer 10 – 14 Tage alt und spiegeln eben ein zurückliegendes Infektionsgeschehen wider.

Experten, Mediziner und Politiker rechnen momentan mit 3 – 4 Monaten der „Einschränkung“ und dabei wird dann auch oft von „schrittweisen Öffnungen“ gesprochen, wenn es die Werte wieder zulassen. Welches „Gewerbe“ da vermutlich wieder an letzter Stelle stehen wird, steht für mich ziemlich klar fest und vermutlich wird unsere Branche dann wieder zu „Klagen“ gezwungen sein. Vielleicht sind dann Bordellbesuche mit „Schnelltests“ eine zulässige Variante, denn auch die bald anlaufenden „Impfungen“ werden viel Zeit in Anspruch nehmen und die Probleme nicht schlagartig lösen. Der „Rüsselschoner“ wird noch lange zu tragen sein und hier wäre es vielleicht sinnvoll grundsätzlich Masken zu verwenden, die auch eine Schutzfunktion haben! Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, warum die Leute Billigmasken und Designer-Modelle tragen, die nicht wirklich schützen! Mit FFP2 wäre wirksamer Schutz möglich, während die schicke FC-Bayern-Maske aus Stoff alle Aerosole sträflich passieren lässt!

Auch die Frage, warum es in einem halben Jahr Pandemie nicht gelungen ist, vulnerable Gruppen wie Altenheime und Ältere mit einem wirksamen Konzept zu schützen,  muss sich die Politik gefallen lassen! Geld alleine löst die Probleme nicht, wenn man ständig neue Infektionen riskiert, dabei aber vergisst Umstände zu verändern und Schutzausrüstung zu liefern. Die „Krisenstäbe“ arbeiten möglicherweise in die falsche Richtung? Das macht mir inzwischen Sorge, weil man sich ohne nachhaltiges Konzept immer wieder von Lockdown zu Lockdown hangelt!

Ich habe den Eindruck, dass die Koordination der Maßnahmen momentan nicht wirklich gut funktioniert und sich „einer“ auf den „anderen“ verlässt, mit einem Ergebnis, was nicht zufrieden stellt! Ob sich unsere Branche hier „einbringen“ kann? Wäre einen Versuch wert! Weil: wir müssen das „Hamsterrad“ irgendwann mal wieder verlassen!

Howard Chance

https://www.zukunft-rotlicht.online

Kontext-Artikel:

Prostitution 2020 – Aktueller Status – 11. Dezember 2020

Der Leni Breymaier-Skandal: Politikerin kriminalisiert gesamte Branche!