Prostitution 2022 – Newsletter Howard Chance – 12.03.2022

Prostitution 2022 – Newsletter Howard Chance – 12.03.2022

Deutschland im Verteidigungsmodus – Corona medial kaum noch wahrnehmbar – Lebenshaltung wird zunehmend teurer – Erotische Geschäfte stagnieren – Merkwürdige Pressemeldungen

Ja, im Moment ist es schwierig Nachrichten, Meinungen und Gefühle zu sortieren. Unsere vermeintlich heile Welt ist durch den Krieg in der Ukraine schlagartig aus den Fugen geraten und das so nachhaltig, dass selbst der Dauerbrenner der vergangenen 2 Jahre, nämlich die Corona-Krise völlig in den Hintergrund getreten ist. Talkshows mit dem Thema Corona haben keine Konjunktur mehr und der sonst so gefragte Karl Lauterbach ist kaum noch zu sehen. Der Krieg hat alles verändert und wir befinden uns weiter in unruhigen Zeiten, derweil die Coronawerte wieder massiv auf Höchstwerte steigen.

Corona-Maßnahmen sollen jetzt bald, nämlich zum 20. März 2022 weitestgehend auslaufen?

Nach den Plänen unserer Bundesregierung sollen die Corona-Maßnahmen in 10 Tagen mehr oder weniger auslaufen. Eine Impfpflicht wurde noch nicht beschlossen und das Infektionsschutzgesetz wurde noch nicht novelliert. Dies muss dringend geschehen, um den Bundesländern noch eine Maßnahmenkatalog zu erhalten, mit dem man zukünftig noch auf Hotspot-Entwicklungen und ähnliches zeitnah reagieren kann. Verlautbarungen zu diesem Thema gehen in den Medien gerade völlig unter und der interessierte Bürger ist verwundert. Der Ukraine-Konflikt dominiert rund und die Uhr und unsere eigenen Belange scheinen da etwas in der Hintergrund zu treten, was natürlich gewisse Gefahren birgt. Die Impfquote ist gerade unterirdisch und womöglich machen wir gerade wieder die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit.

Der Krieg verursacht eine neue Flüchtlingswelle und treibt die Inflation bei uns deutlich vorran!

Hunderttausende Ukrainer sind auf der Flucht in die EU und die zu erwartenden Zahlen dürften deutlich höher sein als in der Syrien-Krise, wo Deutschland den Großteil der Flüchtlinge nach dem Motto „wir schaffen das“ aufnahm. Diesmal wird die Verteilung auf deutlich mehr EU-Staaten verteilt werden, da man Europäer eben viel lieber aufnimmt, als bärtige Bürger aus Nordafrika (nicht falsch verstehen!). Gleichzeitig pumpt die EU jede Menge Geld in den Erhalt der Ukraine und hat weitreichende Sanktionen erlassen, die natürlich auch auf uns zurückschlagen und die Lebenshaltungskosten in ungeahnte Höhen treiben. An der Tankstelle sind die Preise astronomisch hoch und man kann nur von Glück sprechen, dass die winterliche Heizsaison so gut wie vorüber ist. Knappheit bei bestimmten Lebensmitteln ist bereits absehbar, da die Kornkammern Russland und Ukraine nicht mehr das liefern können, was die Welt an Getreide dringend benötigt. Auch diverse Rohstoffe werden knapp und dies wird schnell dazu führen, dass einige Industriezweige ihre Produktionen zurückfahren müssen. Corona abgelöst von einem Krieg in Europa ist eine Konstellation, die nicht mehr weit von einer Weltwirtschaftskrise entfernt ist. Die Zeichen stehen auf Sturm und wir stellen geradezu erstaunt fest, wie eng „alles mit allem“ verbunden ist.

Aufrüstung statt Abrüstung – Paradigmenwechsel in Europa!

Geld für Waffen und eine umfassende „Renovierung“ der guten alten Bundeswehr fällt als Sondervermögen auf Pump vom Himmel und selbst die eigentlichen Friedensfreunde von Politik und Kirche widersprechen den Plänen der Ampelregierung nicht! 110 Milliarden für Aufrüstung. Oh! So schnell ändern sich Meinungen, wenn es gefühlt „gefährlich“ für alle wird. Der 3. Weltkrieg als Schreckensbild wirft die Utopie einer friedlichen Welt weit zurück. Die kommenden Jahre werden der Rüstung gewidmet und das fühlt sich fast an wie beim bekannten Nato-Doppelbeschluss der 1980er Jahre. Sehr unschön und auch nicht gerade kompatibel mit dem geplanten Klimaschutz und weiteren wichtigen Themen. Rückschritte und eben eine Inflation, die nicht zu unterschätzen sein wird. Die Politik muss neuerlich improvisieren und sich nun den Gegebenheiten anpassen. Neben dem heissen und blutigen Krieg des Herrn Putin in der Ukraine haben wir nun auch einen neuen kalten Krieg, der vermutlich über Jahre anhalten und unsere Lebensqualität nachhaltig beeinflussen wird. Durch unsere Abhängigkeit von russischen Gas- und Öllieferungen, sind wir gezwungen die Sanktionen deutlich zu relativieren, um im nächsten Winter nicht mit kaltem Hintern in der Bude zu sitzen.

Krieg macht ungeil! – Erotische Dienstleistungen nur mässig gefragt!

Der Krieg in der Ukraine und die täglichen Schreckensmeldungen dazu, schlagen, so zotig es nun auch klingen mag, massiv „auf die Hose“: Spaß und Entertainment erscheinen momentan nicht so wichtig und im Bereich der käuflichen Lust, der ja durch Corona schon arg gebeutelt wurde, ist nach Berichten aus vielen Teilen der Republik momentan recht wenig los. Die Anzahl der anwesenden Dienstleisterinnen ist recht überschaubar, das verfügbare Geld der Gäste wird an den Tankstellen verbraucht und man spart den Rest für vielleicht noch schlimmere Zeiten. Der Sexkauf wird zum Luxus, den man sich nur noch eingeschränkt leisten kann? Oder entsteht die „Unlust“ aus der allgemeinen Gemengelage? Florierend Konjunktur sieht anders aus! Die Erholung bleibt „nach Corona“ aus und es geht weiter darum „durchzuhalten“. 

Meine Fresse: was berichtet denn da die Presse?

Die Medien haben zu geschätzten 75% auf umfassende Kriegs- und Flüchtings-berichterstattung geschaltet, weitere vielleicht 10 % entfallen auf Corona und vermeintliche politische Skandale. Statements wiederholen sich im Minutentakt und eine Breaking News jagt die nächste. Alte Generäle analysieren die Aufmarschpläne, Politikwissenschaftler bewerten Aussagen und Experten aller Fachrichtungen geben ihren Senf hinzu und nach jedem zweiten Bericht werden Spendeninitiativen genannt und Kontonummern eingeblendet. Private Hilfstransporte blockieren beladen mit gar nicht benötigter Sommerkleidung die Transportrouten und bereitgestellte Reisebusse werden an der Grenze zur Ukraine nicht bestiegen, da  Gerüchte von organisiertem Menschhandel lanciert wurden, die besagen, dass man alleinstehende weibliche Flüchtlinge für das deutsche Rotlicht-Milieu rekrutieren möchte. An mehreren deutschen Bahnhöfen wurden angeblich professionelle „Loverboys“ gesichtet, die deutliche traumatisierten Damen „Bleibe und Arbeit“ anbieten. Notlagen ausnutzen und den Graumarkt mit „Frischfleisch“ versorgen: widerliche Angebote, die von seriösen Betreiberinnen und Betreibern ganz sicher nicht unterstützt werden, die aber dem Ansehen der Branche allein durch die Berichterstattung schon wieder mächtig schaden.

Legale ukrainische Sexarbeit in Deutschland momentan kaum möglich!

Dienstleisterinnen aus der Ukraine dürfen in Deutschland in der Regel nicht als Sexarbeiterinnen tätig werden, da die Ukraine nicht zur EU gehört und dementsprechend keine „Freizügigkeit“ besteht. Nun sollen für Flüchtende aus der Ukraine ohne große Bürokratie Arbeitserlaubnisse erteilt werden. Diese Erlaubnisse werden aber „selbständige Arbeit“ ausschließen und auch die Erlangung eines „Hurenpasses“ wird kaum möglich sein, da dieser zu einer „Freizügigkeit“ führen würde, die dann nicht mehr zu regulieren wäre. „Lokale Anstellungen“ mit einer entsprechenden örtlich beschränkten Genehmigung erscheinen hingegen möglich. Ob man dies bewerkstelligen kann und ob es nicht dennoch moralisch verwerflich sein kann, lassen wir einmal offen. Wenn vermeintliche Freiwilligkeit aus blanker Not resultiert, wird es immer schwierig und grenzwertig. So schön ukrainische Frauen auch sein mögen: diese haben Familien und Freunde, die in der Heimat mit einem Krieg konfrontiert sind, der von Tag zu Tag schlimmer wird und darauf ausgelegt ist die Zivilbevölkerung zu treffen, wie es auch in Syrien schon der Fall war und ist. Kein Schlagabtausch von Armeen auf dem Schlachtfeld, sondern Bombadierungen und Häuserkampf in den bewohnten Metropolen eines Landes, das auch noch die „Kornkammer“ Europas ist. Ein umfassendes Drama!

Was macht die deutsche Erotikbranche nun? – Was macht die Beratung?

Ich beobachte gerade eine weitreichende Lethargie in der Branche. Die Diskussion über branchenspezifische Themen ist einstweilen zum Erliegen gekommen. Sexkaufverbot, Corona-Lockerungen, Evaluierung des ProstSchG etc. spielen im Moment keine Rolle und man findet bei Politik und Verwaltung gerade auch kein Ohr. Die Botschaften verpuffen und alles läuft in Fortsetzung von Corona nach wie vor im Notbetrieb. Neugründungen von Betrieben finden im Moment nur ganz selten statt, da sich Risiken für die Zukunft nur schwer abschätzen lassen. In der Beratung habe ich einige solcher Projekte, aber diese laufen mit gebremster Energie. Die Behörden sind schwerfällig und Genehmigungen dauern lange. Wenn man zusammenfasst: „es ist noch der Wurm drin“! – Wir brauchen also weiter Geduld und können nur hoffen, dass sich die Umstände mittelfristig bessern. Aufgeben geht nicht!

In diesem Sinn wünsche ich uns hoffentlich bald wieder friedliche und gesunde Zeiten! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und ich bin und bleibe Optimist!

Ihr / Euer

Howard Chance

https://zukunft-rotlicht.online